Foto: UNIKUM

Sollbruchstellen

Herwig Turk, Gerhard Pilgram, Uwe Bressnik, Elisabeth Penker, Mirjana Rukavina, Thomas Kosma, Roland Kollnitz

Entlang der periadriatischen Naht bricht und reißt die Erdkruste. Beben erschüttern die Regionen entlang dieser Bruchstelle. Die Erdplatte des afrikanischen Kontinents schiebt sich gen Europa. An dieser Sollbruchstelle haben Künstler:innen elf Orte durch ihre Installationen markiert.

Den Ursprung hat die Naht (zumindest im Rahmen des Projekts) bei Eisenkappel; sie verlässt, durch das Rosental laufend, das Kärntner Land bei Thörl.

Die tektonischen Erschütterungen und Störungen gelten als symbolische Erschütterungen der Kultur in diesen Regionen. „Sei es als scheinbare Idylle, die uns ‚Heimat‘ vorgaukelt, wo Entfremdung herrscht, sei es in Gestalt martialischer Architektur, die mit Stahlbeton zusammenhalten will, was sich auf Dauer nicht zusammenhalten lässt.“ Entlang der Erdbebenlinie erfüllen die Kunstwerke die Funktion von Messstellen oder Sensoren. „Mit dem Mittel der Irritation verleihen sie dem Unterschwelligen Gestalt oder spüren Verborgenes auf. So stellen sie, wo Risse entstehen, Verbindungen her, oder sie fragen, wo Brüche sind, nach dem Zusammenhang.“ (Zitate: UNIKUM)