Drei rosa Kugeln mit Augen schwimmen im Wasser
Foto. Johannes Puch

Allo

Alfredo Barsuaglia

Allo – Das Märchen vom Lendhafen

Mit der Arbeit „Allo“ im Lendhafen in Klagenfurt machte Alfredo Barsuglia den öffentlichen Raum zur Bühne für eine irritierende Begegnung. Drei große, farbige Kugelkopfwesen trieben im Wasser des Hafens. Sie erinnerten an versunkene Figuren aus einem Vergnügungspark – sichtbar war nur der obere Teil ihrer Köpfe, der aus der Wasseroberfläche ragte. Die rätselhaften Gestalten wirkten wie Fremdkörper im vertrauten Stadtbild: Sie bewegten sich nicht, griffen nicht ein und erfüllten keinen erkennbaren Zweck.

Die Installation spielte mit Erwartungshaltungen an Kunst im öffentlichen Raum. Statt einer erklärenden Geste oder eines klaren Symbols setzte sie auf Irritation und Offenheit. Die Figuren wirkten zugleich verspielt und unheimlich, freundlich und befremdlich. Sie luden dazu ein, innezuhalten und Fragen zu stellen: Was waren diese Wesen? Warum waren sie hier? Und was sagte ihre bloße Anwesenheit über den Umgang mit dem Fremden aus?

„Allo“ thematisierte Fragen von Toleranz und Akzeptanz, ohne diese explizit auszusprechen. Die Installation schuf eine Situation, in der Begegnung möglich wurde – zwischen Werk und Betrachter:innen, aber auch zwischen den Menschen, die sich darüber austauschten. Kunst wurde dabei zum Ausgangspunkt für Kommunikation und Reflexion über gesellschaftliche Normen und Wertvorstellungen.

Begleitet wurde die Installation von einem literarischen Märchen über den Lendhafen, in dem ein Spaziergang mit Hunden zu einer mystischen Begegnung mit den drei Kugelkopfwesen führte. So erweiterte sich der reale Ort um eine erzählerische Ebene – und der Hafen wurde zu einem Raum zwischen Alltag, Fantasie und gesellschaftlicher Reflexion.